Frauen-Union:  Mehr Sicherheit in Europa - Menschenhandel schonungslos verfolgen
04/06/2004

 Eva Möllring
"Freier, die versklavte Frauen benutzen, machen sich schuldig und müssen bestraft werden", meint Dr. Eva Möllring, stv. Bundesvorsitzende und Landesvorsitzende der Frauen-Union Niedersachsen. "Sie bilden den Kompost, auf dem diese unwürdigen Verbrechen gedeihen."

Der Menschenhandel sei nach Angaben der UN das kriminelle Geschäft, das weltweit am schnellsten wächst. Gerade die europäischen Länder seien Schmelztiegel dieser Aktivitäten. Mindestens 700.000 Frauen und Kinder würden jedes Jahr verschleppt. Die Gewinne würden auf mindestens 60 Milliarden EURO geschätzt - mehr als die Einnahmen aus dem Drogenhandel.

Die betroffenen Frauen würden brutal misshandelt, vergewaltigt, gedemütigt, bedroht, verkauft und ausgenutzt. Ermöglicht würde dieses lukrative Geschäft durch die ungehemmte Nachfrage, die auch deutsche Freier an den Tag legen. Gesellschaftliche Ächtung und Bestrafung dieser Profiteure ist deshalb für die Frauen-Union Voraussetzung für eine wirksame Bekämpfung.

Auf allen nationalen und internationalen Ebenen seien Maßnahmen erforderlich, um diese wuchernde organisierte Kriminalität zu ersticken. Für Deutschland wird vorgeschlagen, die Opfer als Kronzeugen für gerichtliche Aussagen zu schützen und die beschlagnahmten Gelder gezielt für die weitere Bekämpfung der Täter und die Betreuung der Opfer einzusetzen.

Außerdem wird die Europäische Union aufgefordert, in den Herkunftsländern wirksame Aufklärungskampagnen über die Methoden der Händler zu starten. Die Frauen würden systematisch belogen, so dass sie nicht ahnen könnten, was auf sie zukomme.