Girl's day: Aus einer halben Sache eine ganze machen!
05/08/2004

Mädchen beruflich fördern, Jungen für Hauswirtschaft interessieren

"Der Girl's day sollte für Mädchen und Jungen eine verpflichtende Unterrichtsveranstaltung mit einer klaren inhaltlichen Ausrichtung werden," fordert Dr. Eva Möllring, Landesvorsitzende der Frauen Union. Die Idee, Mädchen zukunftsorientierte (technische) Berufe nahe zu bringen, die vorwiegend von Jungen angewählt würden, sei bislang nur halbherzig umgesetzt. In vielen Schulen nutzten nur wenige Mädchen diesen Informationstag, während in der Klasse kein regelmäßiger Unterricht stattfinden könne.

55% der Schülerinnen konzentrieren sich auch heute noch auf 10 von etwa 380 Ausbildungsberufen, die ein unterdurchschnittliches Einkommen und wenig Aufstiegschancen bieten. Um dies ernsthaft zu ändern, müsse nach Meinung der Frauen Union der eintägige Einblick in den fremden Beruf vorbereitet und von Ansprechpartnern der Kammern und berufsbildenden Schulen begleitet werden. Vertreter der Wirtschaft sollten auch Ausbildungsgänge anregen, in denen Nachwuchs fehle, wobei die 10 "typischen" Berufe ausgeschlossen sein sollten.

Die Mädchen sollten nicht weiter darauf beschränkt werden, Berufe ihrer Väter oder anderer männlicher Verwandter kennen zu lernen.

Im Gegenzug sollten Jungen am gleichen Tag in Hauswirtschaft und Kinderpflege unterrichtet werden. Dabei könnten Landfrauen und andere ehrenamtliche Verbände helfen. Viele Frauen müssen sich auch heute noch beruflich einschränken, weil ihre Männer sich nicht in der Lage sähen, Wohnung und Wäsche zu pflegen, zu kochen oder Kinder zu betreuen. "Es ist für die Jungen sicherlich stärkend, wenn Ihnen die Mädchen dabei nicht auf die Finger gucken," meint Dr. Möllring.

Diese Konzeption will die Frauen Union mit einem Antrag zum Landesparteitag am 27./28. August durchsetzen.