Frühzeitig auf Stärken der Frauen setzen!
19/06/2006

Diskussion mit der MIT Harburg-Land: Wie werden Unternehmen familiengerecht?

„Wir haben viel geschafft, wenn der Arbeitgeber künftig statt des Dienstwagens eine Haushaltshilfe stellt!“ Mit diesem Satz verdeutlichte Dr. Eva Möllring, CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Frauen Union Niedersachsen, wie wichtig die Frauen in der Berufswelt geworden sind. In wenigenJahren werde die Anzahl der Fachkräfte dramatisch einbrechen und die Wirtschaft zunehmend auf gut ausgebildete Frauen angewiesen sein. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit in der Arbeitswelt herrschten große Diskrepanzen: „86 Prozent der Mütter mit Kindern unter drei Jahren würden gern arbeiten, doch nur 23 Prozent tun es tatsächlich. 77 Prozent bleiben zu Hause – meistens weil ihnen die Kinderbetreuung fehlt oder die Bedingungen am Arbeitsplatz nicht passen“, so Möllring.
Umfragen zufolge wünschten sich Familien von Unternehmen Gestaltungsfreiheit bei der Arbeitszeit, individuelle Teilzeitformen und Serviceangebote der Betriebe für Kinderbetreuung, Haushalts- und Pflegekräfte. Dies alles sei, so Möllring, für die Unternehmen günstiger, als auf eine ausgebildete Kraft drei Jahrezu verzichten, sie anschließend wieder einzuarbeiten und zwischendurch eine Vertretung einzustellen. Besonders betonte Möllring, dass es für Unternehmer sinnvoll sei, die Mütter während der Erziehungszeit durch Vertretungen und Fortbildungen fortlaufend in den Betriebsablauf zu integrieren. Doch auch die Politik habe Handlungsbedarf: „Die öffentliche Betreuung muss flexibler und günstiger, private Betreuung muss politisch unterstützt werden. Qualität und Preis müssen so gestaltet sein, dass sie für Eltern und Kinder attraktiv sind.“