Frauen Union in Niedersachsen lehnt Schönheitsoperationen bei Kindern und Jugendlichen rigoros ab
Das macht Schönheit aus und wer ist eigentlich schön? Das sind Fragen, mit denen sich der Mensch schon seit Jahrhunderten beschäftigt. Fa
25/04/2008

Doch was bringt schon neunjährige Mädchen dazu, sich mit Skepsis im Spiegel zu betrachten? Es ist der Wunsch nach Annerkennung und Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Und das kann man nur erreichen, indem man schön und schlank ist. Ein Bild, das die Mainstream-Medien wiedergeben. Auch in den gängigen Mädchenzeitschriftengibt es schon für die Jüngsten Diät- und Schönheitstipps, im Fotoroman bekommt immer die hübsche und schlanke Heldin den tollen Typen. Dies alles vermittelt eine Botschaft: Wenn du nicht schön und schlank bist, wirst du in der Gemeinschaft nicht anerkannt und bekommst nie einen Freund. Das sind erschreckende Gedanken und die Folgen sind bereits zu sehen: die hohe Rate der an Essstörungen Erkrankten oder die steigende Anzahl an Schönheitsoperationen, besonders an jungen Menschen.
Dazu Dr. Eva Möllring: „Es kann und darf nicht sein, dass Kinder und Jugendlichen ihren gesunden Körper durch unnötige Schönheits-OP’s korrigieren lassen können, sich nach dem Vorbild von „Germanys Next Topmodell“ per Operation stylen lassen, ohne dass eine notwendige medizinische Indikation hierzu vorliegt. Ich fordere daher alle Eltern, Lehrer und Erzieher auf, gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen über ein gesundes Körperbild zu sprechen und nicht auf Schönheit am Reißbrett zu setzen. Es ist wichtig für Schönheitsoperationen an jungen Menschen hohe Qualitätsstandards zu setzen und Kinder und Jugendliche sowie die Eltern ausdrücklich über Risiken und Folgen von schönheitschirurgischen Eingriffen aufzuklären. Schönheitsoperationen bei Minderjährigen müssen verboten werden und Ärzte unter Strafe gestellt werden, wenn sie es dennoch tun. Wichtig ist auch, dass nur speziellqualifizierte Ärzte plastisch-chirurgische Eingriffe vornehmen dürfen. Gesellschaftlich müssen wir unbedingt eine Wertediskussion über diese Fragen führen. Die Frauen Union in Niedersachsen wird hierzu ihren Beitrag leisten.“