Frauen Union fordert ein Integrationsgesetz für Niedersachsen
02/05/2016

Der Bundesvorstand der Frauen Union fordert in seiner Resolution zur Integration, den Fokus stärker auf die Frauen zu richten. „Frauen sind der Schlüssel für eine gelingende Integration, denn sie können Einfluss auf die gesamte Familie nehmen. Integration kann nur gelingen, wenn Frauen eingebunden werden“, erklärt die Landesvorsitzende der Frauen Union Niedersachsen, Ute Krüger-Pöppelwiehe. „Daher braucht auch Niedersachsen ein zusätzliches Integrationsgesetz nach dem Prinzip des Förderns und Forderns.“

Dazu gehört das Erlernen der deutschen Sprache, aber auch das Bereitstellen von angemessenen Wohnraum und das Eingliedern von Männern und Frauen in den Arbeitsmarkt. Bildungs- und Ausbildungschancen müssen für alle Geschlechter gleichermaßen gelten. Frauen müssen vor Zwangsverheiratungen und Genitalverstümmlung besser geschützt werden. „Unsere Errungenschaften zur Gleichstellung und Gleichberechtigung sind nicht verhandelbar und daran müssen sich alle, die zu uns kommen, orientieren. Einen Sonderstatus, ob Mann oder Frau, aufgrund deren Herkunft und Religion kann und darf es nicht geben, wenn Integration gelingen soll“, davon ist die Landesvorsitzende überzeugt.

„Wir brauchen mehr sichtbare Verbindlichkeit in der Integration. Daher lehnen wir als Frauen in der CDU diskriminierende Traditionen, wie das Tragen eines Gesichtsschleiers in der Öffentlichkeit ab“ fordert die Landesvorsitzende. Integration lebt vom wechselseitigen Austausch. Die Gesichtsverschleierung ist die symbolische Auslöschung weiblicher Identität und Individualität. Zu einem demokratischen und gleichberechtigten Miteinander gehört die Wahrnehmung und die Achtung der Einzigartigkeit des Gegenübers. Diese ist bei einem gesichtsverschleierten Menschen nicht möglich. Wer sich in der Gesellschaft voll verschleiert, lässt die Bereitschaft zu einer Integration und die Anerkennung unserer Wertegesellschaft  vermissen.

„Flüchtlingsfrauen haben nicht nur ein Recht zur Integration, sondern auch eine Pflicht. Sie erziehen in erster Linie die nächste Generation und nur wenn es uns gelingt, die Mütter von den Werten unseres Rechtsstaates zu überzeugen, werden ihre Kinder in diesem Sinne erzogen. Daher führt ein Weg aus den patriarchalisch geprägten Kulturkreisen, mit frauenverachtenden Weltbild über die gelingende Integration der Frauen“, fasst Ute Krüger-Pöppelwiehe die Notwendigkeit eines Integrationsgesetzes für Niedersachsen zusammen.