Internationaler Frauentag: Keine Anerkennung von Kinderehen
07/03/2016

Die Frauen Union Niedersachsen fordert ein Verbot der Anerkennung der im Ausland geschlossenen Kinderehen und die Festlegung eines Mindestheiratsalters ohne Ausnahme auf 18 Jahren.

Das durchschnittliche Heiratsalter in Deutschland ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen, allerdings gibt es auch minderjährige Mädchen, die bereits verheiratet sind. Eine Ausnahme im Bürgerlichen Gesetzbuch erlaubt auch mindestens 16-Jährigen die Eheschließung.

"In diese Frühehen werden häufig junge Mädchen gedrängt, weil die Familien der Mädchen, aufgrund vorehelicher sexueller Erfahrungen ihrer Töchter, Angst von dem ‚Ehrverlust‘ haben. Es handelt sich hierbei um eine Form der Zwangsheirat. Minderjährige Ehefrauen sind häufiger von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffen als Frauen, die erst nach ihrem 18. Lebensjahr heiraten, erwerben oftmals keinen Schulabschluss und bleiben von ihrem Ehemann abhängig" beschreibt die Landesvorsitzende der Frauen Union Niedersachsen, Ute Krüger-Pöppelwiehe, die Lebenssituation dieser jungen Frauen.

Im Ausland geschlossene Ehen werden im Allgemeinen in Deutschland anerkannt, wenn die Voraussetzungen zur Eheschließung im jeweiligen Heimatland vorlagen. Dies gilt auch für Ehen von Minderjährigen, selbst dann wenn diese im Extremfall sogar unter 14 Jahre alt waren. "Das ist eine Form von Kindesmissbrauch, die wir in Deutschland nicht dulden dürfen. Bereits in Schweden und der Schweiz wurde das Mindestheiratsalter auf 18 Jahre ohne Ausnahme festgesetzt. Dies muss auch für Mitbürgerinnen gelten, deren Ehen im Ausland geschlossen wurden", fordert Ute Krüger-Pöppelwiehe. "Viele junge Flüchtlingsmädchen und –frauen wissen gar nicht, welche Rechte sie in Deutschland haben, was hierzulande erlaubt ist und was unter Strafe steht. Daher ist es wichtig aufzuklären und auch die Bildungschancen zu verbessern."

"Wir schließen uns den Forderungen von Terre des Femmes an und unterstützen die Aktion: Frühehen stoppen – Bildung statt Heirat", erklärt Ute Krüger-Pöppelwiehe.