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Presseerklärung der Frauen Union Niedersachsen zum Weltfrauentag 2019 – Parität beginnt in der Familie

07.03.2019

Auf dem ersten Blick unterscheidet sich das Frauenbild 2019 erheblich von dem früherer Jahre. Wir haben gut ausgebildete und selbstbewusste Frauen, die auf einen Arbeitsmarkt treffen, der händeringend Fachkräfte sucht. Beste Voraussetzungen auch für Frauen, Karriere machen zu können. Allerdings herrschen in den Chefetagen alte Strukturen vor. Managerinnen sind in den Chefetagen immer noch eine Seltenheit. In den 160 börsennotierten Konzernen Deutschlands arbeiteten zum Stichtag 1. Januar 2019 61 Managerinnen und 650 männliche Manager.

Auch arbeiten Frauen 2019 noch überwiegend in den sozialen Bereichen, die schlechter bezahlt werden als die traditionellen Männerdomänen Ingenieurwesen und Technikberufe. Zudem leisten Frauen auch fast zwei Drittel der unbezahlten Pflegearbeit. Dafür stecken sie häufig im Beruf zurück, was wiederum erhebliche Auswirkungen auf ihr Einkommen, die beruflichen Chancen und die Alterssicherung der Frauen hat.

Auch bei den jungen Familien sieht es ähnlich aus. Entscheidet sich ein junges Paar für die Familienplanung, gleichen die Strukturen den alten Familienbildern: Überwiegend bleiben die Frauen Zuhause, kümmern sich um Haushalt und die Kindererziehung und die Männer gehen weiterhin ihrem Erwerbsleben nach und machen Karriere. Fast jede zweite Frau in Deutschland arbeitet in bezahlter Teilzeit, während Männer fast ausschließlich in Vollzeit arbeiten. Die Gesamtarbeitszeit eines Mannes in Deutschland liegt bei 73 Prozent hingegen der von Frauen bei 43 Prozent. Den größeren Teil ihrer Zeit arbeiten Frauen unbezahlt. Vollzeitbeschäftigte Väter mit kleinen Kindern haben laut Statistik sogar die längste Gesamtarbeitszeit von allen. Die Betreuung von Kleinkindern ist also nach wie vor weitgehend Frauensache. Wir brauchen also eine Umverteilung der Kindererziehungszeiten  und der unbezahlten Arbeit hin zu den Männern, um für beide Geschlechter bessere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Fürsorgearbeit zu schaffen.

Um das zu erreichen muss sich auch in der Politik viel bewegen. Dafür brauchen wir mehr Frauen in den Parlamenten. Auch das ist ein Grund, endlich über ein Paritätsgesetz ernsthaft zu diskutieren und entsprechende Lösungen zu finden, die dauerhaft den Frauenanteil an Mandaten erhöhen.

Weiterführende Links:

https://www.boeckler.de/108549_108559.htm

https://www.welt.de/wirtschaft/article189043905/Fachkraeftemangel-Kurve-zeigt-Fluch-der-Vollbeschaeftigung.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-mehr-frauen-in-den-vorstaenden-a-1246924.html

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